Die Rückkehr des Lichts

Kennzahlen im Wandel – vom LOR zum ROL

Als Queen Victoria 1850 mit dem Koh-i-Noor-Diamanten den größten und bedeutendsten Edelstein ihrer Zeit geschenkt bekam, bemängelte sie dessen fehlende Strahlkraft und ließ ihn kurzerhand neu schleifen. Dabei verlor der „Berg aus Licht“, so die Bedeutung des persischen Namens, fast die Hälfte seines Gewichts, gewann aber aufgrund seines jetzt würdig feurigen Funkelns stark an Wert. Anmutung und Wert eines Diamanten müssen von seiner Wirkung her gedacht werden. Dieses Grundprinzip gilt beim Beleuchtungspionier Ansorg für jede Art der Wareninszenierung mit Licht. Um den Eindruck, den eine Beleuchtung im Auge des Betrachters auslöst, messbar zu machen und der zunehmenden Individualisierung von Branchen und Anbietern Rechnung zu tragen, hat Ansorg eine neue Kennzahl etabliert. ROL, kurz für Return of Light, hat das Potential, den sehr technisch geprägten Light Output Ratio, kurz LOR, als Kennzahl in der Praxis zu ersetzen.

Entscheidend ist, was ankommt, nicht, was verloren geht

Heute definiert der LOR, auf Deutsch der Leuchtenbetriebswirkungsgrad, die Effizienz einer Leuchte. Gemessen an der äußeren Kante einer Leuchte, gibt er an, wie viel Prozent des erzeugten Lichts auch tatsächlich die Leuchte verlassen. Diese Betrachtung des Wirkungsgrads sagt jedoch nichts darüber aus, wie viel Licht tatsächlich auf der Ware ankommt. Aber genau das macht ein gutes Lichtkonzept im Laden aus: effizient zielgerichtetes Licht auf der Ware, das über das Auge seine Wirkung im Gehirn des Betrachters entfaltet.

Mit dem Return of Light, kurz ROL, beschreitet Ansorg einen sehr viel praxistauglicheren Weg, um Wirkung und Effizienz einer Warenbeleuchtung beurteilen zu können. „Mit ROL als fester Kennzahl bringen wir Forschung und Entwicklung mit den Anforderungen der gängigen Praxis im Verkauf zusammen“, ist Volker Knauff, Leiter des Ansorg Product Design Center, überzeugt. „LOR macht Leuchten zwar im Labor gut vergleichbar, ROL bezieht jedoch die Effizienz der Beleuchtung auf den Waren mit ein.“ ROL beschreibt, wie viel Licht auf dem Ziel ankommt, also dem Kunden zur Wahrnehmung direkt zur Verfügung steht, und nicht mehr, wie viel Licht zum Zwecke der Beleuchtung losgeschickt wurde. Diese vermeintlich kleine Änderung in der Betrachtungsweise hat in der Praxis weitreichende Folgen. Denn Ansorg hat erkannt, dass eine im LOR effiziente Leuchte nicht zwingend auch zu einer guten Beleuchtung führt.

Reflektoren, der Diamant des Retail-Lichts

Was für den Diamanten der Schliff ist, ist für die Retail-Leuchte der Reflektor und dessen facettierte Gestaltung. Das entscheidende Element, welches das Licht fokussiert und in die gewünschten Bahnen lenkt. Dafür ist der Öffnungswinkel des Reflektors maßgeblich. Ein tiefer Reflektor mit kleinem Austrittswinkel fokussiert mehr Licht und lenkt es effizient auf die Zielfläche. Flache Reflektoren mit größerem Öffnungswinkel verschenken jedoch viel Effizienz durch ihren hohen Anteil an diffusem Direktlicht, der sich wirkungslos blendend in den Tiefen des Raumes zerstreut. Im Sinne des LOR hat ein flacher Reflektor immer den höheren Wirkungsgrad, da insgesamt mehr Licht entweicht. Das ist irreführend und erweckt aus Effizienzsicht einen falschen Eindruck (siehe unten Infobox 1). 

Durch diesen konstruktiv bedingten Effekt stellt sich auch Volker Knauff von Ansorg die Frage, ob LOR als technische Kennzahl heute noch zeitgemäß ist (siehe unten Infobox 2). Eine Berechtigung hat er für die Vergleichbarkeit von Leuchten untereinander. Zur Beurteilung von Beleuchtungssystemen nach Effizienz und Wirkung in der Praxis ist das Return of Light,ROL, jedoch weit besser geeignet.

Ergänzende Informationen:

Infobox 2: LOR, ROL und Reflektoren

Ein tiefer Reflektor mit kleinem Öffnungswinkel fokussiert das Licht enger und lenkt es effizienter auf die Zielfläche als ein flacher Reflektor mit größerem Öffnungswinkel. Ein flacher Reflektor hat aber im Sinne des LOR einen höheren Wirkungsgrad, da solchen Leuchten insgesamt mehr Licht direkt entweicht. Sie sind jedoch viel ineffizienter aufgrund ihres hohen Anteils an diffusem Direktlicht, der sich wirkungslos blendend in den Tiefen des Raums zerstreut. Leuchten mit tiefen Reflektoren erzeugen weit weniger diffuses Direktlicht und mehr Brillanz auf der Ware. Ihr Anteil an Licht, das auf die gewünschte Fläche trifft, ist wesentlich höher.

Aus der LOR-Perspektive haben also die Leuchten, die ihr Ziel schlechter ausleuchten, dennoch einen höheren Wirkungsgrad. Das ist in der Praxis nur noch schwer zu vermitteln. Einen hohen Wirkungsgrad im Sinne des ROL erkennt dagegen jeder mit bloßem Auge. Damit ist das von der Wirkung des Lichts her entwickelte ROL praxistauglicher und aussagekräftiger.

Dazu kommt, dass LOR aus einer Zeit stammt, in der es üblich war, die Leuchtmittel aufgrund ihrer damals recht kurzen Lebensdauer zu wechseln. Das passiert, bedingt durch die Einführung der LED-Leuchtmittel, heute nur noch selten. Für Leuchten mit fest verbauter LED gibt es derzeit keine allgemeingültige Definition eines einheitlichen LOR. Auch dies spricht für die Erneuerung des Kennzahlensystems Richtung ROL.

Infobox 2: Licht und Optimierung nach ROL

Das Return-of-Light-Konzept unterteilt den Lichtstrom in drei Bereiche. Zwischen dem Zentrum des Lichtkegels und dem Halbwertswinkel befindet sich die Kernzone. Dabei ist der Halbwertswinkel der Punkt im Lichtverlauf, an dem noch 50 Prozent der maximalen Lichtstärke vorhanden sind. Nach außen weiter abnehmend, kommt der Feldwinkel, an dem nur noch ein Zehntel des Maximalwerts herrscht. Zwischen ihm und dem Halbwertswinkel liegt die zweite ROL-Zone. Alles jenseits des Feldwinkels ist ineffizientes Streulicht, das im ROL-Konzept als verschwendet gilt, da es nicht mehr zur optischen Aufwertung von Waren eingesetzt werden kann. ROL-Optimierung bedeutet, möglichst viel des erzeugten und bezahlten Lichtes auch seinem Zweck in der Kernzone zuzuführen. Für die Optimierung sind konstruktive Änderungen an den Leuchten und ihren Reflektoren wichtig.

weiterführende Informationen zum Thema

Entscheidend ist, was ankommt, nicht, was verloren geht

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  • Pressemitteilung ROL
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